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Zu den in diesem Projekt erzählten Lebensgeschichten gibt es viele ZeitzeugInnen, mit denen und deren Eindrücken und Anmerkungen wir gerne ins Gespräch kommen wollen. Wir freuen uns über Ihre Kommentare!

Auch stellen die von uns auf Denkmäler gehobenen Personen nur eine Auswahl erinnernswerter SalzburgerInnen dar. Wir freuen uns auf Vorschläge und besser noch auf Texte (und Fotos an info(at)schillerndesleben.net), die auf weitere ermutigende Lebensgeschichten in unserer Stadt hinweisen.

Hier beispielsweise eine Geschichte von Michael Stolhofer über Irene und Karel Jezek, die ab 1954 amerikanische Atmosphäre nach Salzburg gebracht haben.

 

gästebuch eintrag:






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Elfriede Klein aus Salzburg
Sonntag, 04-06-17 14:26
 

Max und Johann Stüdl

Sollte es nicht zu spät sein, würde ich Ihnen gerne zu zwei weiteren „schillernden Leben in Salzburg“ kurze Informationen liefern, als Anregung, auch diese Menschen in Ihr Programm aufzunehmen. Es sind dies mein Großvater, Max Stüdl und mein Urgroßvater Johann Stüdl. Aus Prag stammend, erwarb Max Stüdl 1919 zusammen mit seiner Gattin Auguste den Gasthof „Zur Goldenen Birne“ in der Salzburger Judengasse 1 / Rudolfskai 12 (Anmerkung: derzeit kaiseitig Shamrock Pub und judengassenseitig Esprit Moden) und wurde dieses Lokal nach erfolgter Renovierung ein beliebter Treffpunkt der „besseren“ Salzburger Gesellschaft. Max Stüdl engagierte sich auch in mehreren Salzburger Sportvereinen. Er war begeisterter Tennisspieler und förderte den damals jungen Salzburger Fußball-Verein. Leider verstarb Max Stüdl 1921 im 41. Lebensjahr an Leukämie und hinterließ seine Gattin und 3 Kinder in wirtschaftlich schwieriger Zeit. Als auch Auguste Stüdl 1933 45-jährig verstarb (Lungenentzündung), waren die Kinder gezwungen, das Haus zu verkaufen.

Mit dem Sohn war auch der damals 80-jährige Vater Johann Stüdl – renommierter Kaufmann in Prag - nach Salzburg übersiedelt. Er bewohnte 2 Salzachseitige Zimmer im 2. Stock des Hauses. Johann Stüdl hatte sich als Mitbegründer des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins einen Namen gemacht. Er erbaute in Kals auf der Südseite des Großglockners die nach ihm benannte Stüdlhütte und gründete dort den ersten Bergführerverein der Ostalpen. Die von ihm entworfenen Statuten waren – und sind teilweise bis heute – Grundlage für die amtliche Bergführerordnung. Bis in sein letztes Lebensjahr führte er Bergführerschulungen durch. Als Hütten- und Wegewart des Alpenvereins war er auch maßgeblich beteiligt an fast allen Hüttenbauten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der über 80-jährige engagierte sich auch in der Sektion Salzburg des DuÖAV. Der damalige 1. Vorsitzende , Dr. Heinrich Hackel erzählte darüber in seinem Buch „Meine Berge mein Leben“. Die heutige „Hackelhütte“, damals „Söldenhütte“ war auch das Ziel für Stüdls letzte Bergfahrt im 84. Lebensjahr. Er verstarb am 25. Jänner 1925 im Haus Judengasse 1. Eine Gedenktafel über dem Eingang erinnert an ihn. In der Familiengruft auf dem Salzburger Kommunalfriedhof wurde er beerdigt.